DRÔME 2008

Spätestens nach dem Film 'Le fils de l'epicier' war klar, dass uns die nächste Reise mit dem neu motorisierten J7 in die Drôme führen musste. In diesem wunderbaren französischen Studiofilm von 2007 spielen neben den Schauspielern die traumhaften Landschaften der Drôme Provencale, sowie ein zur 'Epicerie volante' umgebauter Peugeot J7 weitere Hauptrollen. Hier geht's zum Trailer.




Die ehemalige Alimentation wurde für den Film wiederbelebt. Mittlerweile beherbergt sie das Office de Tourisme, welches allerdings nur gerade zwei Stunden öffnet.




Wer diesen Strassen folgt findet ein kleines Paradies...




Lavendelfelder überall...




betörender Duft und zirpende Zikaden




Das ganze Tal bringt den geernteten Lavendel in die Destillerie




Traumstrassen schlängeln sich endlos durch die wildromatische Landschaft...



Stille Aprikosenhaine. Wir sind im Süden.




Der 2-Liter Motor und das 5-Ganggetriebe aus dem J9 machen aus dem Camion ein zügiges Reisemobil! Der Umbau hat sich zum Glück gelohnt! Knapp 120 km/h bie 3500 U/min! Das heisst viel weniger Lärm und deutliche Distanz zu den allgegenwärtigen LKWs.



Passstrassen gehen nun locker im 3. Gang. Ausserdem brauchen wir 10% weniger Sprit. Dies alles geht weniger auf die nur knapp 12 Mehr-PS zurück. Vielmehr bringt das, bei tieferer Drehzahl angesiedelte, höhere Drehmoment die positiven Effekte. Ausserdem haben wir von der kürzesten 4-Gangvariante auf das längste 5-Ganggetriebe umgebaut.



Lastwagen mit Doppelwinkel...




Wieder auf den Spuren des Films suchen wir die Garage mit den alten Werbeschildern, in denen Der Film-J7 wieder zum laufen gebracht wurde.



Weiter geht's immer auf kleinen Strassen. Etwas anderes gibt es auch gar nicht...




Mit der Hilfe Einheimischer, finden wir Frederic's Garage problemlos. Auch die Schilder aus dem Film sind alle noch da.




Die Werkstatt ist in Betrieb! Unter ein paar Schachteln steht eine 403 Limousine. Auf dem Vorplatz zwei CX zum Verkauf. Es wäre irgendwie unpassend hier nach den vielen schönen alten Blechschildern zu fragen.




Geplant waren 2-3 Tage. Wir blieben fast 2 Wochen in diesem Dorf. Hier funktioniert noch alles! Vor der Boulangerie steht man morgens Schlange und liest die Zeitung. In der Superette werden einem die Lebensmittel noch ins Auto getragen (Wir sind Touristen!!) und im Bar/Tabac erzählen sie sich die Geschichten, welche alle Clichées vom französischen Leben bestätigen.




M. Desvilliers ist gerade 100 (!) geworden. Er holt sich die Zeitung und das Baguette täglich selbst! Auf dem vom Bürgermeister handschriftlich verfassten Aushang neben der Boulangerie wird das ganze Tal zur Geburtstagsfeier eingeladen.



Die automobile Landschaft hingegen, hat sich in den letzten 5 Jahren stark verändert. Bilanz von 3 Wochen französischer Provinz: Zwei 504 Pickup, eine 505 Limousine, zwei 605, ein J9, null J7, null 104, null 304, null 504 Berlines...
Die Spritpreise und die fehlende Teileversorgung scheinen definitiv ihren Tribut gefordert zu haben. Ausserdem hat sich Peugeot in den letzten paar Jahren komplett aus der Prairie zurückgezogen. Renault ist geblieben. Dies zeigt sich deutlich im Strassebild. Auch bei den Neuwagen.





Der freundliche Mann auf dem Markt lud uns auf seine Bergerie ein um mit unserem Kleinen beim Ziegenmelken zuzuschauen. Man müsse nur nach der scharfen Kurve am Ende der Brücke, links, 3 km den Berg hinauf fahren. 'Au premier' gehe das schon meinte er. Dank den 19-Zoll Rädern und den kurzen Überhängen des J7 dann zwar abenteuerlich aber machbar! Ach ja: Zu unserer grossen Überraschung erwartete uns keine Verkaufsveranstaltung mit Produits du Terroir. Einfach nur Ziegen melken und auf die Weide bringen. Und viel erfahren über sein Leben auf dieser schönen Alp!




Geier!



Mittagsruhe im Hauptort der nördlichen Drôme.



Den einzigen Gewittertag nutzten wir um ein paar Pässe abzufahren. Unser 12-monatige Sohn liebte es, vorn auf der rechten Doppelbank, über all die welligen kleinen Strassen zu schaukeln. Wurden ihm die vielen Kurven zu langweilig, machten wir Halt, und während wir vorne Kaffee kochten, schlief er seinen Nachmittagsschlaf im hinteren Teil unseres J7! Wir kommen wieder. So wie's aussieht schon nächstes Jahr. So viel traditionelles Frankreich auf einmal ist nicht mehr überall zu finden.

 

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