AUTODRÔME 2009

SIE sagte klar 'nein' zu meinem neuesten Projekt. Wollt ich doch in einem Anfall von Nostalgie tatsächlich mit Zelt, Dachträger und Familie in die Sommerferien fahren. Die nächtlichen Fahrten an die Adria auf dem Rücksitz schlafend, sind mir noch in verklärter Kindheitserinnerung. Unmöglich schien es sie umzustimmen. Sie hatte auch klar die besseren Argumente. Wozu haben wir einen Kombi mit Eismaschine und allen sonstigen Gimmicks? Das Killerargument war klar die fehlenden hinteren Gurte für den Kindersitz! Alle Verweise auf frühere Sicherheitsnormen und die heutige Übersteigerung des entsprechenden Bedürfnisses fruchteten nichts. Glücklicherweise hat sie nicht damit gerechnet, dass ich mit Hilfe diverser 504-Foren plötzlich in Besitz mehrer Nachrüsttipps kam und diese auch gleich in Tat umsetzte. Mit dem grossen Versprechen, dass diese Aktion einmalig bleiben würde und meinen Beteuerungen, dass die Karre deutlich weniger pannenanfällig als ein moderner Wagen sei, willigte sie schliesslich doch noch ein. Letztere Behauptung baute allerdings einen nicht zu vernachlässigenden Erfolgsdruck auf...Nicht zuletzt deshalb unterzog ich den Wagen bei meiner Vertrauensgarage noch einem letzten Check. Wir schliffen bei dieser Gelegenheit noch die vorderen, leicht flatternden, Bremsscheiben und wuchteten die Räder neu aus. Niveaukontrolle und neuer Abgastest. Das war's.

 

Die Drôme! Ein scheinbar vergessenes Gebiet zwischen dem Rhônetal und der Route Napoléon.

 

Auf diesen Strassen kannst du dir problemlos eine halbe Stunde Zeit nehmen, um deinen Wagen in das richtige Licht zu rücken.

 

Nur eine präventive Massnahme! Wir würden drei Wochen bleiben und ich habe doch meiner Liebsten versprochen, dass uns der Ti wieder nachhause bringen würde. Ich hielt es trotzdem oder gerade deshalb für angebracht, mit dem einzigen Mécano des Dorfes vorsichtshalber mal anzubandeln. Ich fragte ihn deshalb, ob er mir einen Schmierdienst machen könne. Dabei erzählte er mir vom nicht ganz einfachen Leben eines ehemaligen Citroën-Garagisten, draussen in der wirtschaftlichen Wüste. Sechs Euro Fünfzehn kostete der Schmierdienst.

 

Rund um den Campingplatz können gleich vier Pässe entdeckt werden!

 

Bereits am zweiten Tag die erste Schraubaktion! Auf dem Parkplatz des Supermarchés betätigte meine Liebste den Scheibenheber...Doch die Scheibe hob sich nicht wie erwartet, sondern verschwand mit Getöse im Türschacht! Ihr leicht spöttischer Blick und die Bemerkung 'Sollen wir im Laden gleich noch Plastikfolie kaufen?' trafen mich tief in der Magengrube. Es ist mir bis heute ein Rätsel, weshalb die Scheibe aus der Führung geraten ist. Ein halbe Stunde Fummelei und sie war wieder drin. Und das zufriedene Gefühl nach einer gelungenen Zeltplatzreparatur stellte sich auch gleich ein.

 

Nach einer Woche kam Roger mit Beifahrerin dazu! Wir wussten nie so recht, ob wir uns für dieses Bild auf dem familiären Campingplatz freuen oder schämen sollten! Aber das Echo war dann ausschliesslich positiv. Wir stellten die Wagen fortan aber trotzdem nicht mehr in symmetrischer Linie auf.

 

Auch die Windeln wurden am zweiten Tag abgenommen! Man will sich ja schliesslich nicht komplett zum Affen machen oder?

 

Auch am Suisse gab es unerwartete Arbeit! Eine etwa handtellergrosse und unbekannterweise entstandene Beule direkt auf/unter der Zierleiste galt es rauszuklopfen. Leider vergassen wir das 'vorher'- Bild zu schiessen. Deshalb hier nur die Nachherversion, welche uns angesichts der Bordmittel doch ziemlich zufrieden machte.

 

Küchenlöffel und Gummigriffe eignen sich hervorragend als Spenglerwerkzeug auf dem Zeltplatz!

 

Unser 'Parkplatz' am Badeflüsschen.

 

Manche Strassen hier werden selten von Automobilen benützt.

 

Traumstrassen führen uns an wunderbare Orte mit grossen Aussichten.

 

Wie dieser hier (-;

 

Oder dieser.

 

Wir treffen auf die Tour de France, welche heute die zweitletzte und entscheidende Etappe auf den mythischen Mont Ventoux in Angriff nimmt!

 

Einer von drei 504 Pick-Ups in drei Wochen. Toyota und Isuzu weiter im Vormarsch.

 

CX Prestige, Break und Ambulance! Das Haus scheint unbewohnt, der Prestige innen wie neu.

 

 

Endlich sind wir alleine mit unseren 504! Frauen und Kinder von Bord!

JETZT WIRD GESPIELT!

Wir sind der Meinung, wer die 504 nicht ab und zu im Grenzbereich bewegt, hat KEINE Ahnung wie gut diese Fahrwerke wirklich sind! Erst auf diesen welligen Pisten hier kommt die aufwendig gestaltete Hinterachse so richtig zur Geltung!

 

 

 

 

 

 

 

Archetyp einer S-Kurve

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und dann geht's zurück in die Schweiz! Hier noch ganz geordnet.

 

Wie allerdings das alles in die Karre rein soll, war mir auch kurz vor der Heimfahrt wieder erneut ein Rätsel! Übrigens auch einiger unserer Nachbarn! Am Ende traf der Bühnenarbeiter an der Pariser Oper von nebenan den Nagel auf den Kopf. Pourqoi j'ai acheté une Espace? Pourqoi?

 

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